Wie du deine kritische innere Stimme endlich zum Schweigen bringst

„Oh Mann, ich bin so dumm.“ 

„Andere schaffen es, warum ich nicht?“

„Ich bin so hässlich.“ 

„Keiner mag mich.“

Kommt es dir bekannt vor? Wir kennen sie alle, diese kritische innere Stimme, die meint, alles, was du tust oder nicht tust, kommentieren und bewerten zu müssen. Und zwar mit größter Selbstverständlichkeit. Das Tückische daran ist: Du bist so sehr daran gewöhnt, dass du meinst, das sei normal. Du kommst gar nicht – oder sagen wir, selten – auf die Idee, sie in Frage zu stellen, geschweige denn abzustellen.

Warum sollten wir das? Ist sie nicht manchmal nützlich? Und geht das überhaupt? In diesem Artikel wirst du meine Meinung dazu lesen. Du erfährst, was sie ist und was sie nicht ist, warum sie eher ein Hindernis als eine Hilfe ist, und wie du sie endlich loswirst.

Brauchen wir sie denn nicht?

Einige Menschen denken, sie gehört einfach zum Leben dazu. Manche meinen sogar, wir brauchen diese kritische innere Stimme, um uns anzutreiben oder in der Spur zu halten – und dass wir vielleicht ohne sie sogar überheblich oder faul werden würden. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass eine negative innere Stimme immer wieder Stress für Körper und Seele erzeugt. Und dauerhafter Stress führt sehr oft zu Depressionen und/oder körperlichen Krankheiten.

Eine amerikanische Studie* hat untersucht, wie Lob oder Kritik die Leistung von Kindern in der Schule beeinflusst. Das Ergebnis hat klar gezeigt, dass Kinder sich viel besser konzentrieren können, wenn sie positiv ermutigt und gelobt werden.

Sie ist nicht dein Freund

Dann gibt es das Argument, dass sie dir im Grunde genommen nur helfen und dich schützen will.

Es mag gut sein, dass sie dir als unbewusste Strategie in der Kindheit geholfen hat, bestimmte heikle Situationen zu vermeiden.  Vielleicht hat sie dich vor Schlimmerem bewahrt, besonders in Situationen mit Erwachsenen, in denen du dich nicht sicher oder angenommen gefühlt hast. Eine Freundin von mir konnte genau zurückverfolgen, wie das bei ihr begann: Als sie mit 8 oder 9 Jahren im Waschkeller mit ihrer Mutter stand, entschied sie sich, dass wenn sie sich zuerst selbst kritisiert, die Kritik ihrer Mutter sie nicht verletzen kann. So hat sie sich unbewusst geschützt – und sich dann ihr Leben lang selbst kritisiert, auch als ihre Mutter längst nicht mehr da war.

Diese Strategien setzen sich unbewusst im Erwachsenenleben fort. Aber sie helfen dir garantiert nicht mehr. Frag dich zum Beispiel: Wie fühlst du dich, nachdem du ihr zugehört hast? Fühlst du dich ermutigt, inspiriert, aufgebaut und lebenslustig? Oder fühlst du dich danach kleiner, ängstlicher und unsicherer als vorher?

Wie fühlst du
dich, nachdem du ihr
zugehört hast?

Wenn andere die Stimme „bestätigen"

Noch komplizierter wird es, wenn dir nahestehende Personen solche Gedanken verstärken und „bestätigen“. Dein Partner zum Beispiel, wenn er dir Dinge sagt wie:

„Was kannst du denn eigentlich? Du bist wirklich zu nichts zu gebrauchen!“
„Es ist deine Schuld.“
„Du bist zu blöd dafür.“
„Du musst abnehmen.“

Es ist tatsächlich sehr schwer, an dich und deine Fähigkeiten zu glauben, wenn du tagein, tagaus solche Sätze – oder schlimmere – hörst. Irgendwann glaubst du, das sei die Wahrheit. Und deine innere Stimme bestätigt das noch.

Dasselbe gilt für andere Beziehungen in deinem Leben. Ich kenne das aus eigener Erfahrung: Ich hatte lange eine schwierige Beziehung zu meiner Schwiegermutter. Egal was ich tat, es war falsch. Also dachte ich damals, das müsse bedeuten, dass ich falsch bin, so wie ich bin. Und deswegen habe ich alles getan, um so zu werden, wie sie mich haben wollte. Natürlich hat das nicht funktioniert. Unbewusst habe ich immer geglaubt, dass sie recht hat – und meine innere Stimme hat mir das nur bestätigt.

Wie du sie loswirst

Ich werde dir nicht empfehlen, was oft empfohlen wird: dich mit deiner inneren Stimme anzufreunden. Denn ich persönlich glaube, dass eine Stimme, die immer negativ ist und dich konstant klein macht, kein Freund ist. Das ist wie eine toxische Beziehung – nur dass sie in deinem eigenen Kopf stattfindet. Es kann dir nicht gut gehen, wenn eine negative, kritisierende Stimme dich überall begleitet und beeinflusst.

Was kannst du also tun, um sie loszuwerden?

1. Erkenne, dass diese innere Stimme nicht du bist

Ja, es sind deine Gedanken – aber deine Gedanken SIND NICHT DU. Allein die Tatsache, dass du sie beobachten und verändern kannst, zeigt dir das. Gedanken kommen und gehen wieder. Manchmal hilft es, dieser Stimme einen Namen zu geben. Das erinnert dich daran, dass sie getrennt von dir ist, und hilft dir, dich von ihr zu distanzieren. Wenn du aufhörst, dich unbewusst mit ihr zu identifizieren, hast du schon einen großen Schritt gemacht.

2. Glaube der Wahrheit

Erkenne klar: Diese Stimme ist nicht dein Freund. Sie schützt dich nicht – sie hält dich klein. Sie macht dich ängstlich, unsicher und abhängig von den Meinungen anderer.

Die Vertrautheit dieser Gedanken täuscht. Nur weil du so sehr an sie gewöhnt bist, heißt das noch lange nicht, dass sie wahr ist. Wenn du zum Beispiel einen Fehler gemacht hast, sagt das nichts über deinen Wert als Person aus. Was kannst du also tun, wenn du ihr dein ganzes Leben lang geglaubt hast?

Du musst anfangen, der Wahrheit über dich selbst zu glauben. Und die Wahrheit ist: Egal, was du bisher über dich geglaubt hast oder was andere dir gesagt haben – du bist vollkommen wertvoll, so wie du bist. Immer. Auch wenn du Fehler machst. Von deinem Wesen her bist du vollkommen richtig, unabhängig davon, was du tust oder nicht tust. Du bist einzigartig, wie kein anderer Mensch auf dieser Welt. Dein Wesen ist kostbar und liebenswert.

3. Ersetze sie durch die Wahrheit

Das ist wie eine
toxische Beziehung,
die in deinem
Kopf stattfindet.

Jedes Mal, wenn die kritische Stimme anfängt, hast du drei Möglichkeiten:

  • Du sagst innerlich: „Stopp! Mit dir habe ich nichts zu tun“ – und weigerst dich, ihr zu glauben.
  • Du ersetzt, was sie sagt, durch etwas Gutes, durch die Wahrheit.
  • Du ignorierst sie einfach.

Die ersten beiden kannst du natürlich kombinieren. Das erfordert Hartnäckigkeit, denn die Stimme gibt nicht gleich auf. Sie hat dein ganzes Leben lang auf dich eingeredet und wird nicht über Nacht verschwinden. Deshalb ist der nächste Punkt so wichtig.

4. Triff eine Entscheidung

Eine klare, feste Entscheidung ist unumgänglich. Was entscheidest du genau?

Du entscheidest, der Wahrheit zu glauben. Auch an den Tagen, an denen es sich überhaupt nicht so anfühlt. Glaube immer daran, dass nichts und niemand deinen Wert mindern oder ändern kann. Glaube ist kein Gefühl – er beruht auf einer bewussten Entscheidung.

Und du entscheidest, dir diese Wahrheit zu sprechen. Jeden Tag, den ganzen Tag, wenn nötig. Diese Stimme hat täglich zu dir gesprochen – jetzt drehst du den Spieß um. Du bist jetzt der Chef in deinem eigenen Kopf. Du entscheidest, was du glaubst und was nicht.

Wenn du keine klare Entscheidung triffst, wirst du deiner inneren Stimme immer mehr glauben als der Wahrheit.

5. Glaube nicht alles, was andere sagen

Was andere Menschen über dich sagen, muss nicht stimmen. Meistens ist es nur ein Spiegel dessen, wie sie sich an einem bestimmten Tag fühlen – nicht ein Urteil über deinen Wert. Lass es nicht mehr zu, dass fremde Meinungen darüber bestimmen, wie es dir geht. Denke immer daran: Es ist nur ihre Meinung, nicht die Wahrheit.

Fazit

Je mehr du das Gute über dich glaubst und sprichst, desto schwächer wird diese kritische Stimme.

Erlaube es dir nie mehr, dich selbst zu kritisieren oder kleinzumachen. Was du tust oder nicht tust, ändert nichts an deinem unermesslichen Wert. Würdest du deiner besten Freundin solche Dinge sagen? Dann sage sie dir selbst auch nicht. Das ist respektlos und lieblos dir selbst gegenüber.

Wenn du lernst, diese Stimme in die Schranken zu weisen, wirst du auch nicht mehr erlauben, dass andere so mit dir sprechen. Du wirst Respekt von ihnen einfordern – und wenn du ihn nicht bekommst, wirst du dich von ihnen distanzieren. Du kannst nicht ändern, wie andere über dich denken. Aber du kannst verhindern, dass es etwas mit dir macht.

Entziehe dieser Stimme das Recht, zu bestimmen, wer du bist. Und sprich ab heute nur noch das Gute über dich!

Was du jetzt tun kannst

Wenn du jetzt denkst: „Alles schön und gut, aber das ist einfacher gesagt als getan“ – da hast du recht. Das Thema lässt sich in einem Artikel nur anreißen. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht und mit Begleitung leichter geht. Deshalb lade ich dich ein, ein kostenloses und unverbindliches Gespräch mit mir zu buchen, in dem wir deine persönliche Situation anschauen und besprechen, wie ich dir helfen kann.

Bild von Ich bin Hazel

Ich bin Hazel

und als Coach und Mentorin begleite ich on- und offline Frauen, die in ihrer Partnerschaft mehr gehört und gesehen werden wollen. Ich helfe ihnen, sich selbst zuerst zu lieben und zu respektieren, damit sie dann Liebe und Respekt auch in ihrer Partnerschaft erfahren!

Bild von Ich bin Hazel

Ich bin Hazel

und als Coach und Mentorin begleite ich on- und offline Frauen, die in ihrer Partnerschaft mehr gehört und gesehen werden wollen. Ich helfe ihnen, sich selbst zuerst zu lieben und zu respektieren, damit sie dann Liebe und Respekt auch in ihrer Partnerschaft erfahren!

Gefällt dir dieser Artikel?

Dann teile ihn gerne:

Dein Kommentar

5 1 Bewertung
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Beiträge

Das könnte dir auch gefallen

0
Deine Meinung würde uns sehr interessieren. Bitte kommentiere.x